Was ist ein Plattenepithelkarzinom?

Ein Plattenepithelkarzinom (griechisch karkinos = Krebs) der Haut ist ein bösartiger Tumor, der sich aus den Stachelzellen der Oberhaut bildet.

In unseren Breiten erleiden ca. 20-30/100.000 Einwohnern einen solchen hellen Hautkrebs. In ca. 5 bis 20 von 100 Patientenfällen kommt es bei fortgeschrittenen Tumoren, zu einer Metastasierung. 

Das Plattenepithelkarzinom ist mit ca. 20%, nach dem Basalzellkarzinom der zweithäufigste Hauttumor.

Was sind die Ursachen für ein Plattenepithelkarzinom?

Neben einer erblichen Veranlagung und immunologischen Faktoren, spielt das Sonnenlicht (UV-Licht) die Hauptrolle bei der Tumorbildung. Plattenepithelkarzinome entstehen aus Vorstufen, den aktinischen Keratosen und dem Morbus Bowen. Pro Jahr rechnet man in Deutschland mit ca. 400.000 Vorstufen von Hautkrebs. Bis zu 10 % gehen in ein Plattenepithelkarzinom über, beim Morbus Bowen sind es bis zu 50%.

Neben der Sonne kann ionisierende Strahlung, wie Röntgenstrahlung eine Ursache sein. Daneben spielen chemische Krebserreger (Karzinogene)  wie Arsen, Teer, Ruß, krebserregende Viren (HPV) und chronische Entzündungsprozesse in der Haut eine Rolle.

Patienten die z.B. nach einer Transplantation immunsupprimierende Medikamente bekommen sind besonders gefährdet und haben ein bis zu 65faches Risiko für diesen Tumor.

Lokalisation und Aussehen

Meist ist der Kopf (ca. 80 %), im Bereich der Lichtterrassen (Stirn, Wangen, Ohren, Unterlippe) betroffen. Aber auch an den Armen und der Genitalregion können Tumoren ebenso wie an den Schleimhäuten auftreten. Am Anfang bemerkt man eine wenige Millimeter große, grauweiße  Verdickung der Hornschicht. Der Untergrund ist oft gerötet. Teilweise imponieren die Tumoren mit einer warzigen Oberfläche. Später kommt es zu einer Verdickung mit Entzündung, Ulzeration und Blutung. Schmerzen sind möglich.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Plattenepithelkarzinome sind durch den Hautfacharzt meist schon durch das genaue Ansehen zu erkennen. Als Hilfsmittel steht mir eine sogenannte Auflichtmikroskopie zur Verfügung. Vor einer Behandlung ist die feingewebliche Untersuchung einer kleinen Hautprobe nötig.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die operative Therapie mit anschließender histologischer Untersuchung stellt das Standardvorgehen in der Behandlung des Plattenepithelkarzinoms dar.

Dabei sollte ein ausreichender Sicherheitsabstand von  4 mm (im Gesicht) und bis zu 5-10 mm (am Körperstamm) eingehalten werden. Neben dem medizinisch Notwendigen, steht die kosmetisch ansprechende Wiederherstellung der Haut im Vordergrund. Ich benutze wo möglich, kosmetische Nahttechniken, mit resorbierbarem, atraumatischem Nahtmaterial. Das Vorgehen werde ich Ihnen anhand eines Operation-Aufklärungsbogens genauer erklären.

Bei sehr frühen Stadien und oberflächlicher Lage können teilweise auch wenig belastende Therapien angewendet werden:

  • die Photodynamische Therapie (PDT) – kosmetisch sehr gute Ergebnisse !
  • die Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryochirurgie)
  • die lokale Immuntherapie mit Imiquimod (Aldara®) – meist als zusätzliche Nachbehandlung obiger Verfahren

In fortgeschrittenen Stadien, wenn eine operative Therapie nicht möglich ist oder bereits eine Metastasierung eingetreten ist, kommen 

  • die Röntgenbestrahlung – bei inoperablen Tumoren
  • die Chemotherapie – bei Auftreten von Metastasen

als Therapieoptionen hinzu. Die zielgerichtete Therpie mit Antikörpern gegen Wachstumsfaktoren und die Immuntherapie mit Antikörpern gegen Immuncheckpoint Molekülen, haben unser Therapiespektrum bei fortgeschrittenen Tumoren revolutioniert.

Die Prognose ist wesentlich von der vertikalen (wie groß?) und horizontalen (wie tief?) Tumorausdehnung abhängig. Tumoren die breiter als 2cm und / oder tiefer als 2mm gewachsen sind, gehören schon zu den Risikotumoren.

Was ist für Sie zu beachten?

Das Auftreten eines Plattenepithelkarzinoms ist ein Hinweis auf einen chronischen Lichtschaden. Da die Gefahr eines erneuten Auftretens eines Tumors oder eines Tumorrezidivs besteht, werde ich eine Tumornachsorge bei Ihnen durchführen. Im ersten Jahr alle 3 Monate, dann alle 6 Monate. Hierzu erhalten Sie einen Nachsorgepass von uns, den Sie bitte immer zu den Untersuchungen mitbringen. Teilweise werde ich eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung bei Ihnen veranlassen.

Sie können die Zeit nicht zurückdrehen, aber in Zukunft Faktoren, die das Neuauftreten von Hauttumoren begünstigen, möglichst abstellen.

  • Meiden Sie intensive Sonnenbestrahlung im Freien. Insbesondere in der Zeit von 11  bis 16 Uhr.
  • Schützen Sie sich durch Kleidung. Tragen Sie bei längerer Sonnenexposition immer einen Hut oder eine Schirmmütze.
  • Wenden Sie regelmäßig am Morgen eine Sonnencreme (LSF 50) oder eine lichtschutzhaltige Pflegecreme an.
 
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