Was ist ein Basalzellkarzinom?

Ein Basalzellkarzinom (griechisch karkinos = Krebs) der Haut ist ein bösartiger Tumor, der seinen Ursprung in Zellen der Basalzellschicht der Oberhaut und/oder im Bereich der Haarfollikel hat.

Er zeichnet sich durch die Besonderheit aus, dass er zwar lokal aggressiv zerstörend wächst, aber in der Regel keine Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet (<0.5 pro 100). 

Das Basalzellkarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Menschen. Er macht ca. 80 % des hellen Hautkrebses aus. 

Was sind die Ursachen für ein Basalzellkarzinom?

Neben einer erblichen Veranlagung spielt das Sonnenlicht eine Rolle bei der Entstehung. Wir können die Tumorentstehung heute bis auf die molekulare Ebene der Zellen nachvollziehen. Mutationen (Veränderungen des Erbgutes) im Sonic-Hedgehog-Signalweg und des p53 Tumorsuppressorgens sind hier zu nennnen. Basalzellkarzinome kommen häufiger bei hellhäutigen Menschen (Kaukasier) vor, die leicht einen Sonnenbrand bekommen. Personen, die über lange Zeit dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt waren (Beruf, Freizeit), sind besonders betroffen.

In den letzten Jahren ist eine deutliche Zunahme der Erkrankung zu verzeichnen. Die Häufigkeit liegt bei ca. 140 / 100.000 Einwohner in der BRD. In Australien sind es sogar 800 / 100.000 Einwohner.  Früher meist jenseits des 60. Lebensjahres auftretend, sind jetzt  bereits Menschen in der 2. oder 3. Lebensdekade betroffen. In 2013 erkrankten alleine in Westfalen–Lippe > 40.000 Patienten. Die Dunkelziffer ist hoch. In der BRD geht man von bis zu 2 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr aus. Man rechnet damit, dass 1/3 aller über 60. jährigen hellhäutigen Menschen, mindestens einmal an einem solchen Tumor erkranken.

Lokalisation und Aussehen

Meist sind der Kopf (ca. 80 %), vor allem die Stirn- und Glatzenregion, der Nasenrücken, die Ohrmuscheln oder Wangen betroffen. Aber auch der Körperstamm und alle anderen Hautregionen, außer den Schleimhäuten können befallen sein.

Das Basalzellkarzinom entsteht ohne Vorstufen. Am Anfang bemerkt man eine wenige Millimeter große, grauweiße Verhärtung  mit einzelnen erweiterten Hautgefäßen. Dann langsam wachsend, findet sich ein scharf begrenzter, breitbasig aufsitzender, kuppelartiger  Tumor von wachsartiger, glasiger Farbe. Charakteristisch ist ein perlschnurartig aufgeworfener Randsaum, der von Hautgefäßen durchzogen ist die oft bluten. In späteren Stadien kommt es manchmal zu einer Ulzeration im Zentrum des Tumors.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Basalzellkarzinome sind durch den Hautfacharzt meist schon durch das genaue Ansehen zu erkennen. Als Hilfsmittel steht mir eine sogenannte Auflichtmikroskopie zur Verfügung. Vor einer Behandlung ist meist die feingeweblicher Untersuchung einer kleinen Hautprobe nötig.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die operative Therapie mit anschließender histologischer Untersuchung des Gewebes stellt den Goldstandard in der Behandlung des Basalzellkarzinoms dar (Mikrographische Chirurgie). Dabei sollte ein ausreichender Sicherheitsabstand von 3 mm (im Gesicht) und bis zu 5-10 mm (am Körperstamm) eingehalten werden.

Neben dem medizinisch Notwendigen, steht die kosmetisch ansprechende Wiederherstellung der Haut im Vordergrund. Ich benutze wo möglich, kosmetische Nahttechniken, mit resorbierbarem, atraumatischem Nahtmaterial. Das Vorgehen werde ich Ihnen anhand eines Operation-Aufklärungsbogens genauer erklären.

Bei sehr frühen Stadien und oberflächlicher Lage können teilweise auch wenig belastende Therapien angewendet werden:

  • die Photodynamische Therapie (PDT) liefert funktionell und kosmetisch sehr gute Ergebnisse. Die Anpsrechraten werden in Studien mit > 90% angegeben.
  • die Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryochirurgie). Die Rezidivgefahr liegt hier bei ca. 15 %.
  • die lokale Immuntherapie mit Imiquimod (Aldara®) – meist als zusätzliche Nachbehandlung obiger Verfahren. Heilungsraten von >85% werden berichtet.

Bei lokal fortgeschrittenen, inoperablen Tumoren oder bei multimorbiden Patienten, denen eine Operation nicht mehr zuzumuten ist, stellt die Strahlentherapie eine Alternative dar. Nach 20 bis 30 Betrahlungen lassen sich Heilungsraten von bis zu 93 % erreichen.

Vismodegib und Sonidegib sind Substanzen, die erstmals eine gezielte, sytemische Therapie bei fortgeschrittenen oder metastasierten Basalzellkarzinomen ermöglichen. Allerdings sind die Nebenwirkungen oft erheblich.

Was ist für Sie zu beachten?

Das Auftreten eine Basalzellkarzinoms ist ein Hinweis auf eine Sonnenbelastung über einen längeren Zeitraum, die häufig schon Jahrzehnte zurückliegt. Die Gefahr, dass sich nach der Entfernung, an anderer Stelle, ähnliche Herde neu entwickeln, ist groß. Sie wird mit 46 % innerhalb der ersten 3 Jahre angegeben. Nach 10 Jahren können bis zu 70% der Patienten erneut betroffen sein. Daher ist eine Tumornachsorge in regelmäßigen Abständen notwendig. 

Sie können die Zeit nicht zurück drehen, aber in Zukunft Faktoren, die das Neuauftreten von Hauttumoren begünstigen, möglichst abstellen.

  • Meiden Sie intensive Sonnenbestrahlung im Freien.
  • Gehen Sie nicht auf die "Sonnenbank".
  • Tragen Sie bei längerer Sonnenexposition immer einen Hut oder eine Schirmmütze.
  • Wenden Sie regelmäßig am Morgen eine Sonnencreme (LSF 50) oder eine lichtschutzhaltige Pflegecreme an. 365 Tage ! im Jahr.
  • Neuere Studien deuten auf einen protektiven Effekt von Vit B3 bei Risikopatienten hin
 
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